Das Süße Leben

Jahr: 
1960
Film: 
Schwarz-weiß
Länge: 
178 min
Produktion: 
Riama Film (Roma), Pathé Consortium Cinéma (Paris)
Vertrieb: 
Cineriz
Altersfreigabe: 
31070
21/01/1960

Der Skandalblatt-Journalist Marcello, hofft ,eines Tages als ernsthafter Schriftsteller arbeiten zu können. In der Zwischenzeit geht er ganz und gar im  “süßen Leben” Roms auf, zwischen Liebesaffären mit einer Adeligen, die immer auf der Suche nach neuen Emotionen ist, dem Selbstmordversuch von Emma- seiner ihn mit ihrer Eifersucht unterdrückenden Freundin- und dem erfolglosen Umwerben von Sylvia, der berühmten und explosiven Filmdiva, die sich in einem sinnlichen Bad in der Fontana di Trevi zur Schau stellt. Dann die falsche, von zwei Kindern erfundene Erscheinung der Madonna und das Treffen mit einem raffinierten Intellektuellen, Steiner. Marcello bewundert dessen Familie und das, was ihm als ein ideales Leben erscheint. Doch Steiner nimmt sich das Leben, nachdem er seine kleinen Kinder umgebracht hat. Die Ereignisse im Leben Marcellos reihen sich ohne Unterbrechung aneinander: der Anfall des alten Vaters, der ihn besucht, Emma, die ihn verlässt. Nach einer der unzähligen nächtlichen Orgien finden die müden und verwirrten Teilnehmer im Morgengrauen die Karkasse eines ungeheuerlich großen Fisches, der auf eine Sandbank geraten ist.

Crew

Regie: Federico Fellini
Idee: Federico Fellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano (da un'idea di Federico Fellini)
Drehbuch: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli
Mitarbeiter am Drehbuch: Brunello Rondi
Bildregie: Otello Martelli (Totalscope)
Kamera: Arturo Zavattini
Kamera-Assistent: Ennio Guarnieri
Musik: Nino Rota
Musikalische Beratung: Franco Ferrara
Sängerin: I "Campanino" e Adriano Celentano
Dekor: Piero Gherardi
Kostüme: Piero Gherardi
Assistent Bauten: Giorgio Giovannini, Lucia Mirisola, Vito Anzalone
Maske: Otello Fava
Schnitt: Leo Catozzo
Cutter-Assistent: Adriana Olasio, Wanda Olasio
Hilfregisseure: Guidarino Guidi, Paolo Nuzzi, Dominique Delouche
Regieassistenten: Giancarlo Romani, Gianfranco Mingozzi, Lilli Veenman
Künstlerischer Berater: Brunello Rondi
Ton: Agostino Moretti
Frisuren: Renata Magnanti
Produzent: Giuseppe Amato, Angelo Rizzoli
Allgemeine Organisation: Clemente Fracassi
Exekutiver Produzent: Franco Magli
Continuity: Isa Mari
Produktionsleitung: Manlio M. Moretti, Nello Meniconi
Produktionsinspektor: Alessandro von Normann
Produktionssekretäre: Mario Basile, Mario De Biase, Osvaldo De Micheli

Cast

Marcello Mastroianni : Marcello Rubini
Walter Santesso : paparazzo
Giulio Paradisi : 2° fotografo
Enzo Cerusico : 3° fotografo
Enzo Doria : 4° fotografo
Anouk Aimée : Maddalena
Cesare Miceli Picardi : signore irritato nel dancing
Donatella Esparmer : signora con signore irritato
Maria Pia Serafini : 2° signora con signore irritato
Adriana Moneta : prostituta
Anna Maria Salerno : 2° prostituta
Oscar Ghiglia : 1° sfruttatore
Gino Marturano : 2° sfruttatore
Yvonne Fourneaux : Emma
Thomas Torres : giornalista ospedale
Carlo Mariotti : infermiere
Leonardo Botta : medico
Anita Ekberg : Sylvia
Carlo Di Maggio : Totò Scalise produttore
Francesco Luzi : il radiocronista
Francesco Consalvo : assistente di Scalise
Guglielmo Leoncini : il segretario di Scalise
Sandy von Norman : interprete conferenza stampa
Lex Barker : Robert
Tiziano Cortini : operatore cinegiornale
Maurizio Guelfi : giornalista conferenza stampa
Adriano Celentano : cantante rock'n'roll
Gondrano Trucchi : cameriere Caracallas
Giò Staiano : giovane effeminato
Archie Savage : ballerino negro
Alan Dijon : Frankie Stout
Paolo Labia : cameriere casa Maddalena
Giacomo Gabrielli : il padre di Maddalena
Alain Cuny : Steiner
Valeria Ciangottini : Paola
Alfredo Rizzo : regista TV
Alex Messoyedoff : il prete del miracolo
Rina Franchetti : la madre dei miracolati bugiardi
Aurelio Nardi : lo zio dei miracolati bugiardi
Marianna Leibl : madre che chiede il miracolo
Giovanna : bambino miracolato
Massimo : bambino miracolato
Reneé Longarini : la signora Steiner
Iris Tree : invitata casa Steiner
Leonida Rapaci : invitato casa Steiner
Anna Salvatore : invitata casa Steiner
Letizia Spadini : invitata casa Steiner
Margherita Russo : invitata casa Steiner
Winie Vagliani : invitata casa Steiner
Desmond O'Grady : invitato casa Steiner
Nello Meniconi : litigante via Veneto
Massimo Busetti : pettegolo via Veneto
Annibale Ninchi : il padre di Marcello
Vittorio Manfrino : direttore tabarin
Polidor : clown tabarin
Magali Noël : Fanny
Lilly Granado : Lucy
Gloria Jones : Gloria
Nico Otzak : ragazza sofisticata via Veneto
Principe Vadim Wolkonsky : Principe Mascalchi
Giulio Questi : Don Giulio Mascalchi
Ida Galli : la debuttante dell'anno
Mario De Grenet : il ragazzo stanco con i cani
Franco Rossellini : il bel cavallerizzo
Maria Marigliano : Massimilla
Loretta Ramaciotti : l'invasata alla seduta
Giuseppe Addobbati : dottore
Paolo Fadda : vice commissario
Vando Tres : commissario di zona
Franco Giacobini : giornalista che telefona
Giuliana Lojodice : cameriera casa Steiner
Federika André : inquilina casa Steiner
Giancarlo Romani : carabiniere
Nadia Gray : Nadia
Mino Doro : amante di Nadia
Antonio Jaconi : "travesti"
Carlo Musto : "2° travesti"
Tito Buzzo : il bruto muscoloso
Sandra Lee : la ballerina di Spoleto
Jacques Sernas : il divo
Leontine von Strein : l'amante divo
Leo Coleman : il ballerino negro
Laura Betti : l'attrice-cantante bionda, Laura
Daniela Calvino : Daniela
Christine Denise : la signora che mangia il pollo
Riccardo Garrone : Riccardo il padrone di casa
Decimo Cristiani : spettatore dello spogliarello
Umberto Orsini : spettatore dello spogliarello di Nadia
Sandra Tesi : spettatrice dello spogliarello di Nadia
Renato Mambor : ballerino
Mario Conocchia : spettatore dello spogliarello di Nadia
Enrico Glori : ammiratore di Nadia
Lucia Vasilicò : ragazza che si confessa
Franca Pasutt : ragazza coperta di piume

Awards

1960
Festival de Cannes: Goldene Palme Bester Film
1960
David di Donatello Beste Regie (Federico Fellini)
1960
Nastro d'argento Bester Darsteller (Marcello Mastroianni), Bestes Originalsujet (Federico Fellini, Ennio Flaiano und Tullio Pinelli), Beste Bauten (Piero Gherardi)
1960
BAFTA Nominierung (British Academy of Film and Television Arts Awards) Bester Film
1961
Oskar-Nominierung Beste Regie (Federico Fellini), Bestes Sujet und Originaldrehbuch (Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli und Brunello Rondi)

Peculiarites

«Ich hatte vorgesehen, dass die Figur Nadia einen weißen BH und weiße Unterhosen unter dem dunklen Kleid tragen sollte. Ich dachte, dass der Kontrast sensationell und sehr sexy sein würde, doch Nadia Gray, die Darstellerin, lehnte ab. Sie sagte mir, dass keine Frau, die etwas von Kleidung versteht, es jemals in Erwägung ziehen würde, einen weißen BH und ein weißes Höschen unter einem dunklen Kleid zu tragen, da diese durchscheinen würden. Und sie würde sich nicht wohl fühlen, wenn sie ein dunkles Kleid ausziehen müsse, unter dem dann weiße Unterwäsche zum Vorschein träte. Sie sagte, sie könne dies nicht tun. Dies sei ganz und gar nicht mit der dargestellten Figur vereinbar. Sie war so überzeugend, dass ich ihr glaubte. Sie überredete mich. Wir willigten in den schwarzen BH und schwarze Unterhosen ein.»
Charlotte Chandler, Io, Federico Fellini, Mondadori, Milano, 1995, pp. 160-161

Reviews

Morando Morandini
Erbarmungslose Analyse, Anteilnahme an Gefühlen, visionäre Stärke überschneiden und vermischen sich in diesem schrecklichen und faszinierenden Polyptychon zu einem modernen Babylon [...] Der Umstand, das er seine Urteile und Verurteilungen mit einer tiefen Teilnahme an der Menschlichkeit seiner Figuren – auch der niederträchtigsten- zum Ausdruck bringt, und indem er sich in diese hineinversetzt deren Beweggründe entdeckt, die eigentlich jene von ihm selbst sind, ist ein weiteres Zeichen der Vitalität, der Kraft und des Erbarmens, die seinen Filmen in hohem Gran innewohnen.
"Schermi", a. III, n. 20, gennaio-febbraio 1960
Gian Luigi Rondi
Der Film – einer der schrecklichsten, erhabensten und auf seine Weise tragischsten, die wir bisher auf der Leinwand gesehen haben – ist ein Jahrmarkt aller Unwahrheiten, Verfälschungen, Korruptionen unserer Epoche, er ist das Grabsteinporträt einer dem Anschein nach noch jungen und gesunden Gesellschaft, die wie in den mittelalterlichen Gemälden mit dem Tod tanzt und ihn nicht sieht, er ist die „menschliche Komödie“ einer Krise, welche, wie in den Gemälden von Goya oder in den Erzählungen von Kafka, die Menschen in „Ungeheuer“ verwandelt, ohne dass diese sich dessen bewusst werden [...] Polemik, Symbol, Allegorie, Anklage? Nichts von all dem. Fellini hat sich gewollt von einem „auf Thesen“ aufbauenden Werk ferngehalten, er hat konsequent die programmatischen, rhetorischen, moralistischen Töne vermieden und es vorgezogen, den Zeitgenossen die „Ungeheuer“ von heute zu beschreiben. [...] Er hat dies mit einer dramatischen Kraft, einer Heftigkeit, einer sprachlichen Innovation getan, die trotz des Vorbehalts aufgrund der Schwäche einiger Episoden (die zu übertrieben, zu offensichtlich oder widerlich sind) seinem Film sicherlich einen Platz unter den „modernsten“ Kunstwerken des Kinos einräumen.
"Il Tempo", 5 febbraio 1960
René Cortade
Selten wurden die zahlreichen Möglichkeiten, über die das Kino verfügt (Bilder, Dialoge, Musik, Schauspielkunst, Schnitt, Aufnahmewinkel, Tiefe oder Blickfeld) gekonnter und vollständiger kombiniert, mit einer größeren artistischen Stärke eingesetzt [...] Doch diese technische Perfektion will sich gleichzeitig nicht aufzwingen, sie ist nicht jene eines Virtuosen [...] Das reinste, gewagteste Kino ist [im Film Das Süße Leben] im Dienst einer der tiefsten, originellsten Visionen unserer Zeit. Die beiden Hauptströmungen der italienischen Schule, die Tendenz das Kino dem Roman von Zavattini zu entziehen und die Tendenz mit einer immer mehr nach der Wahrheit strebenden Ausrichtung- das Jenseits der von Rossellini erlebten Gegenwart zum Ausdruck zu bringen, haben sich vereint.
"Arts", 18 mai 1960