Julia und die Geister

Jahr: 
1965
Film: 
Farbfilm
Länge: 
120 min
Produktion: 
Federiz (Roma), Francoriz (Paris)
Vertrieb: 
Cineriz
Altersfreigabe: 
45733
23/09/1965

In ihrer schönen Villa in Fregene verbringt Giulietta, eine reiche, bürgerliche Dame, den Sommer. Anlässlich ihres Hochzeitstages mit Giorgio wird ein Fest organisiert auf dem eine spiritistische Sitzung stattfindet. Es werden erotische und skurrile Geister heraufbeschworen und die Beleidigungen von einem der Geister zusammen mit dem Zweifel, dass Giorgio sie betrügt, rufen bei Giulietta eine Identitätskrise hervor. Sie hat niemanden, dem sie sich anvertrauen könnte: sie ist allein mit ihren Widersprüchen, zwischen bigottem Spießbürgertum und der Versuchung hemmungslos zu leben. Eine Nachbarin, Susy, lädt sie in ihre Villa ein: hier kann sich Giulietta endlich gehen lassen, da sie in der Zwischenzeit die Beweise für die Untreue ihres Mannes erhalten hat. Doch die Schuldgefühle lassen sie fliehen, die gegensätzlichen Visionen verwirren ihren Verstand. Mit Hilfe eines Psychoanalysten gelingt es ihr zu reagieren: sie kämpft gegen ihre Konditionierung, die Versuchungen  die Geister an. Schließlich geht sie siegreich aus der Schlacht hervor, in einem weißen Kleid geht sie in Richtung des heftigen Windes der ihr vom Meer entgegenweht.

Crew

Regie: Federico Fellini
Idee: Federico Fellini, Tullio Pinelli, da un'idea di Federico Fellini
Drehbuch: Federico Fellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano, Brunello Rondi
Bildregie: Gianni Di Venanzo (Technicolor)
Kamera: Pasquale De Santis
Musik: Nino Rota
Musikalische Beratung: Carlo Savina
Dekor: Piero Gherardi
Kostüme: Piero Gherardi
Assistent Bauten: Luciano Riccieri, E. Benazzi Taglietti, Giantito Burchiellaro
Kostümbildner-Assistent: Bruna Parmesan, Alda Marussig
Schnitt: Ruggero Mastroianni
Ausstattung: Vito Anzalone
Hilfregisseure: Francesco Aluigi, Liliana Berti, Rosalba Zavoli
Ton: Mario Faraoni, Mario Morici
Continuity: Eschilo Tarquini
Maske: Otello Fava, Eligio Trani
Frisuren: Renata Magnanti, Marisa Fraticelli
Cutter-Assistent: Adriana Olasio
Produzent: Angelo Rizzoli
Produktionsleitung: Mario Basili, Alessandro von Norman
Allgemeine Organisation: Clemente Fracassi
Produktionsinspektor: Walter Benelli
Produktionssekretäre: Renato Fié, Ennio Onorati

Cast

Giulietta Masina : Giulietta Boldrini
Mario Pisu : Giorgio suo marito
Sandra Milo : Susy, Iris, Fanny
Valentina Cortese : Valentina
Caterina Boratto : la madre di Giulietta
Lou Gilbert : il nonno di Giulietta
Sylva Koscina : Sylva sorella di Giulietta
Luisa della Noce : Adele altra sorella di Giulietta
Josè De Vilallonga : Josè il cavaliere romantico
Valeska Gert : Nhishma la veggente
Silvana Jachino : Dolores
Fred Williams : principe arabo
Milena Vukotic : domestica di Giulietta
Genius : Genius il medium pederasta
Dany Paris : l'amica disperata di Susy
Alberto Plebani : il detective privato
Yvonne Casadei : cameriera della corte di Susy
Mario Canocchia : l'avvocato di famiglia
Cesarino Miceli Picardi : amico di Giorgio
Felice Fulchignoni : Dott. Raffaele
Lia Pistis : amica della spiaggia
Alba Cancellieri : Giulietta bambina

Awards

1965
Nastro d’argento Bester Nebendarsteller (Sandra Milo), Beste Farb-Fotographie (Gianni Di Venanzo), Beste Bauten (Piero Gherardi), Beste Kostüme (Piero Gherardi)
1965-1966
David di Donatello Beste Darstellerin (Giulietta Masina)

Reviews

Morando Morandini
Paradoxerweise könnte man behaupten, dass Julia und die Geister eher ein Film zum Durchblättern als zum Ansehen ist; die beste Art, um ihn voll auszukosten, wäre es, ihn in tausende Bildausschnitte zu zerlegen und diese dann nach und nach zu betrachten, so wie bei einem Fotoalbum [...] Der Verdacht kommt auf, dass Fellini von der Farbe, und nicht nur von Giulietta beeinflusst- und gebremst- wurde.
"L'Osservatore Politico Letterario", Milano, 12 dicembre 1965
Leo Pestelli
Das, was in Bezug auf den inneren Verlauf auch eine magere Erzählung hätte sein können, wird in den Händen von Fellini zu einer Phantasmagorie an Formen und Farben, welche die Gedanken, die Erinnerungen, die Träume und die Visionen der Figur objektivieren, und bei dieser Figur ist es nicht ganz sicher, ob es immer jene der Frau Giulietta oder über lange Abschnitte hinweg nicht doch jene des sich überlagernden Regisseurs ist. Es handelt sich daher um eine weitere beachtliche Kunstprobe der tumultösen, barocken Fantasie von Fellini und auch seiner herrlichen Fähigkeit die Welt in Kinovisionen zu ordnen, was hier zudem vom Einsatz der Farben bereichert wird, die er zum ersten Mal mit überraschenden Effekten behandelt. Es ist jedoch auch ein Film des Stillstands, wo die verschiedenen Motive des Regisseurs (von Der weiße Scheich bis Achteinhalb) summiert werden, ohne sie zu ändern und zu übersteigern und eben deswegen ermüdet die Perspektive des Künstlers ein wenig.
"La Stampa", 29 ottobre 1965
Gordon Gow
Die typischen Ressourchen des Films sind eine frenetisch Filmende Kamera, sich überstürzende Bilder vereint mit einer exzellenten Beherrshcung des Lichts und der Farben. Das ist Meisterkino, nicht nu im Verhältnis zum unmittelbar zuvor erschienenen Werk von Felini, Achteinhalb, der Film platziert sich neben Citizen Kane von Welles und Marienbad von Resnais. Er bewegt sich frei und bedeutungsvoll in der Zeit und im Raum, in der Vorstellung und im Gedächtnis.
"Films and Filming", april 1966