Die Schwindler

Jahr: 
1955
Film: 
Schwarz-weiß
Länge: 
104 min
Produktion: 
Titanus (Roma), S.G.C. (Paris)
Vertrieb: 
Titanus
Altersfreigabe: 
19858
04/10/1955

Roberto, Picasso und Augusto sind drei Profi- “Schwindler”: sie betrügen arglose Bauern, denen sie sich als Pfarrer verkleidet vorstellen, dann pressen sie Barackenbewohnern Geld ab, mit dem Versprechen eines Hauses; schließlich verkaufen sie naiven Tankwarten alte Mäntel, die sie als neu ausgeben. Sie verbringen das Neujahr gemeinsam, sind auf einem Fest, als Iris, die Frau von Ricasso, die wirkliche Tätigkeit des Ehemanns entdeckt. Auch die Tochter von Augusto weiß nichts von den krummen Geschäften des Vaters, sie ist zusammen mit ihm im Kino als ein Opfer von Augusto ihn erkennt und angreift. Er wird festgenommen und kommt ins Gefängnis. Sobald er jedoch wieder frei ist, vereint er die Bande wieder, um den Schwindel mit der Verkleidung als Kardinal zu wiederholen. Beim Anblick eines gelähmten Mädchens im Alter seiner Tochter wird er von Gewissensbissen geplagt und würde die Beute gerne rückerstatten. Dann überlegt er es sich und versucht die anderen Bandenmitglieder zu betrügen: es kommt zu einem Gemenge, Augusto fällt beim Versuch zu fliehen in einen Abgrund und bricht sich das Genick. Die Kumpanen kommen ihm nicht zur Hilfe, sie raffen das Geld zusammen und fliehen. Augusto stirbt in einer langsamen und grausamen Agonie.

 

Crew

Regie: Federico Fellini
Idee: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli (da un'idea di Federico Fellini)
Drehbuch: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli
Bildregie: Otello Martelli
Kamera: Roberto Gerardi
Kamera-Assistent: Arturo Zavattini
Musik: Nino Rota
Musikalische Beratung: Franco Ferrara
Dekor: Dario Cecchi
Kostüme: Dario Cecchi
Schnitt: Mario Serandrei, Giuseppe Vari
Ton: Giovanni Rossi
Hilfregisseure: Moraldo Rossi, Narciso Vicario
Regieassistenten: Dominique Delouche, Paolo Nuzzi
Künstlerischer Berater: Brunello Rondi
Maske: Eligio Trani
Frisuren: Fiamma Rocchetti
Ausstattung: Massimiliano Capriccioli
Standfotograf: G. B. Poletto
Continuity: Nada Delle Piane
Produktionsleitung: Giuseppe Colizzi
Produktionsinspektor: Antonio Negri
Produktionssekretäre: Manolo Bolognini
Mitarbeiter Produktion: Ezio Rodi

Cast

Broderick Crawford : Augusto
Richard Baserhart : Picasso
Franco Fabrizi : Roberto
Giulietta Masina : Iris, la moglie di Picasso
Giacomo Gabrielli : Baron "Vargas"
Alberto De Amicis : Rinaldo
Sue Ellen Blake : Susanna
Lorella De Luca : Patrizia, la figlia di Augusto
Mara Werlen : Maggie, la danseuse
Mario Passante : un truffatore
Irene Cefaro : Marisa
Xenia Walderi : Luciana, la compagna di Rinaldo
Maria Zanoli : Stella Fiorina, contadina truffata
Sara Simoni : seconda contadina truffata
Cristina Pall : la proprietaria del portasigarette d'oro
Tiziano Cortini : il biondo del cinema
Riccardo Garrone : Riccardo, un bidonista
Paul Grenter : bidonista
Ada Colangeli : signora Bove, bidonata case popolari
Amedeo Trilli : Luigi Fiorelli, bidonato case popolari
Ettore Bevilacqua : bidonato case popolari
Alberto Plebani : l'uomo del bidone dell'orologio

Reviews

Pietro Bianchi
Im Grunde genommen, sagen wir es doch klar, ist das, was die Anziehungskraft von Fellini ausmacht, seine Fähigkeit in einem einzigen Blick den Himmel und die Erde zu umfassen; es ist sein sich an die Dinge von hier unten erinnernder Platonismus, der nicht fähig ist, die sentimentalen Bindungen, die Erinnerungen, die Kontemplationen, die gemeinsam ausgefochtenen Kämpfe, das nicht gerechtfertigte Leiden der Guten, der Einfachen, der gutwilligen Frauen und Männer zu vergessen. Es stimmt auch, dass die Hauptdarsteller im Bidone vom Regisseur mit blutiger Macht dargestellt werden: die drei Schwindler und das Pilzbeet der zweitrangigen Kollegen, leben mit einer vitalistischen Intensität auf hohem Niveau, sie sind „tolle Hechte“ die dank des heiteren Lebens der Kunst kraftvoll gedeihen. Es ist jedoch auch wahr, dass die anscheinend bescheidenen Larven, jene, die wegen den „Schwindlern“ zu Leiden haben (die Frau von “Picasso”, die Tochter von Augusto, die junge Gelähmte) eine offensichtliche Wichtigkeit haben, obwohl ihre Anwesenheit in der Erzählung kein großes temporales Gewicht hat.
"Maestri del cinema", Garzanti, Milano, 1972
Tullio Kezich
Falls wir für Fellini einen stilistischen und spirituellen Vorgänger finden müssten, würden wir erneut nicht umhin kommen, den Namen von Kafka zu nennen. Der Weg des alten „Schwindlers“ mit dem müden Blick hält sich an das Räderwerk des Prozesses und des Urteils von Kafka, in einer ebenfalls grausam objektivierten Welt, schafft es müde und gleichgültige Menschen. Da wundert es nicht, dass der Film Il Bidone die Dogmatiker stört und nicht in ihre Definitionen passt”.
"Sipario", a. X, n. 115, novembre 1955
François Truffaut
Il Bidone beginnt schlecht und endet ernsthaft: diese explosive Mischung kann in einem Festival all jene stören, die in den Saal gehen und ungeduldig darauf warten, ihn wieder zu verlassen, ich hatte jedoch alle Zeit der Welt und wäre gerne stundenlang geblieben, um Broderick Crawford sterben zu sehen.
"Cahiers du Cinéma", n. 51, octobre 1955