“Bottega Finizioni”, der Ort, wo man die Kunst des Erzählens erlernt

Ein Projekt von Carlo Lucarelli, Giampiero Rigosi, Michele Cogo und Beatrice Renzi
15/01/2011 - 15/01/2012

Die Fellini-Stiftung  wird am ersten Kursjahr des Laboratoriums Bottega Finzioni mitwirken, von dem wir Ihnen nachfolgend eine kurze Beschreibung bieten.
Die Erzähl-Werkstätte Finzioni, von Carlo Lucarelli in Zusammenarbeit mit Giampiero Rigosi und Michele Cogo geleitet, ist ein Ort, wo man die Kunst des Erzählens lernt. Die Werkstätte ist im Januar 2011 in Bologna entstanden und dank des Erfolges und des Interesses, das sie hervorgerufen hat– was die Anzahl der Schüler betrifft- zur zweiten Schule der Erzählkunst in Italien, direkt nach der Schule Golden in Turin, geworden.
In der Werkstätte Finzioni gibt es keine Pulte für Dozenten, die reden und Studenten, die sich Notizen machen. Vielmehr arbeitet man mit einer innovativen Formel: ein Tisch auf dem lebendiges Material vorbereitet ist, das darauf wartet, in Worte und Erzählungen gefasst zu werden. Die Gelegenheit besteht darin, zusammen mit Professionisten der Schreibkunst, der Bühnengestaltung, der Realitäts- und der Phantasieerzählung  zu lernen, dies mit Bildern oder mit Worten zu tun. Mit dem Ziel ein Nachwuchszentrum und eine Schmiede für Ideen zu erschaffen, die darauf warten, umgesetzt zu werden.
Das Ausbildungsprojekt erstreckt sich über ein Kalenderjahr (von Januar bis Dezember) und ist in drei Arbeitsbereiche unterteilt: Fiction, Non-Fiction und Literatur. Die Werkstätte soll allen eine Gelegenheit bieten, die den Willen und die Leidenschaft haben, sich dem Schreiben von Fiction, Dokumentarfilmen und Literatur zu widmen und ihr Talent ertesten wollen,  indem sie Hand in Hand mit Professionisten zusammenarbeiten, für die die Erzählkunst ein Beruf ist. Das Modell ist jenes einer Werkstätte aus der Renaissancezeit, als zwei Arten von Personen zusammen arbeiteten: die Schüler, die die Kunst des Farbenmischens und der Pinselführung von Grund auf erlernen wollten, vielleicht weil sie fühlten, dass sie die richtige Intuition für eine besondere Farb-Nuancierung haben könnten und die so genannten Meister, die schon Erfahrung mit den Farben und der Bewältigung bestimmter  Probleme hatten. Die Zusammenarbeit ermöglichte einen Austausch der Blickwinkel, eine gegenseitige Bereicherung, die grundlegend ist, um zu wachsen und sich zu verbessern. Genau das möchten die Gründer der Werkstätte Finzioni erreichen.
Unter den Projekten des ersten Jahres der Tätigkeiten findet man “Die Filme in der Schublade von  Federico Fellini”, einer der kommenden Filme der Manetti Bros., einige sich in Entwicklung befindliche Folgen von Fernsehreihen, vier TV-Formats, eine Sammlung an Erzählungen und ein kollektiver Roman.
Die Einschreibung zur Teilnahme am Auswahlverfahren steht allen offen, ohne Unterscheidung in Bezug auf Alter oder Lebenslauf. Das Auswahlverfahren besteht in einer schriftlichen Ausarbeitung und einem mündlichen Gespräch, um vor allem die Motivation und das Talent des Kandidaten sicherzustellen. Alle Bereiche (Fiction, Non Fiction und Literatur) sehen eine maximale Teilnehmerzahl von zwanzig Personen vor. Das erste Arbeitsjahr der Werkstätte Finzioni wird im Dezember 2011 enden. Die Anmeldungen für die Werkstätte 2012 sind ab dem kommenden Herbst möglich.